DD Turniere 2018: Idar Oberstein, Winnenden, Denkingen & Stuttgart- siehe Dogdance Turniere aktuell

   

 

Wer weint der Fussball WM nach, wenn er an der Dogdancing FCI - Weltmeisterschaft in den Niederlanden zweimal Gold holt?

Nachdem der niederländische Kennel Club entschieden hatte, die World Dog Show ohne Dogdancing WM zu veranstalten,  wurde es turbulent im Nederlandse Dog Dance Bond.

In kurzer Zeit zauberten die Niederländer einen Veranstaltungsort aus dem Hut, Ruinerwold wurde für vier Tage zum Nabel der Welt. Mein kleiner Tanzterrier Yedi und ich waren dabei.

 

100 Sportler waren am Start aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Finland, Frankreich, Italien,  Norwegen, Russland, Schweden, Slowakei, Schweiz und Tschechien. Grossbritannien fehlte, der neue Termin kam zu spät für die Engländer.

Das Training am Donnerstag ließ ahnen, daß es nicht einfach werden würde. Russland galt als Favorit für den Teamsieg, aber auch die anderen Länder waren sehr vielversprechend. Für Deutschlands Freestyler gab es nach dem Training einen Dämpfer, Sandra Roth zog ihre Border Collie Hündin Lizzy vom Ettikogarten wegen Verletzung zurück. Die FCI-WM und Open European Championships im Herbst sollten der Abschluß für Lizzys  Turnierkarriere sein,  nun war es mit einem Schlag vorbei. Sandra Roth trug s mit  Fassung und konzentrierte sich auf die Vorbereitung ihrer 3 jährigen Golden Retriever Hündin Soulworker Boogie-Woogie für s Heelwork to music. Am Spätnachmittag an der Eröffnungsfeier herrschte brütende Hitze in der Halle und der Wetterbericht versprach weiterhin Sommer pur.

Am Freitag HTM: Deutschlands Reserve Starterin Claudia Lamers mit Blues  eröffnete als White dog die WM, eine wichtige tolle Erfahrung für das junge Team. Ich war mit mit Yedi of Upsala,  als 7. am Start,  wir waren nicht in Topform, bis zur OEC ist noch viel zu tun.  Aber der kleinste Hund im HTM begeisterte durch sein Gangwerk und seine Ausstrahlung. Dann Monika Gehrke mit Gigolo Jan, „forever young“- der Titel ist Programm. Der 12 jährige Border Collie ist seit Jahren an der Spitze und soll mit der OEC seine Sportlaufbahn beenden. Nach den ersten Wertungen wurden Punkte gezählt, noch war Italien vor uns.

Uta Opel mit Aussie Dexter – River runs i m legend  zog die Zuschauer in den Bann, die Musik war absolut auf den Leib geschrieben. Dexter „the machine“ arbeitete brilliant und unermüdlich, nicht umsonst waren die zwei mehrfach an WM und OEC vorne dabei. Ein tolles Ergebnis und wir  lagen Kopf an Kopf mit dem russischen Team.  In der letzten Gruppe endlich Sandra Roth mit Boogie. Es war still in der Halle als die beiden tanzten und Boogie war einfach perfekt. Jeder Wechsel passte, jede Position war  top – die Schlusspose ging im Jubel unter. Gebannt verfolgen wir die letzten Teams, es blieb spannend - aber dann endlich: die Punkte! Wir waren Team-Weltmeister im HTM.   Dexter und Boogie würden am Sonntag nochmals im Finale um den Einzelsieg tanzen.

 

Der Freestyle Tag war noch heisser, Elena Kunde mit Charming Chip of Silent Storm legt als 6. Starterin die Latte hoch, wiürde sie an ihrer ersten WM das Finale erreichen? Dann unser „Küken“ Jana Bruns mit Luke I do it my way, als Reserve dabei und durch Lizzys Ausfall am Start. Jana arbeitete hochkonzentriert, der Border Collie  kannte seine Choreografie genau und es lief richtig rund. Ein tolles Debut an der WM.

Fröhlich und leicht danach die mehrfache OEC und WM Starterin Cora Czermak mit Steps. Der Papillon war hochmotiviert, er flitzte durch den Ring, die Choreografie setzteihn wunderbar in Szene. Kurz vor Schluß ein Schreck, der kleine Hund rutschte ab und stürzte, er rappelte sich sofort auf, arbeitete eifrig weiter. Zum Glück nichts passiert aber das Ergebnis war verpasst.

Letzter deutscher Starter Uta Opel mit  Dexter. Mittlerweile war es brütend heiss, die Musik war etwas zu laut und Dexter stieg verzögert ein. Er fing sich, absolviert  den 2. Start an dieser WM mit Bravour aber das Teilnehmerfeld war stark. Das Freestyle Finale diesmal ohne Dexter. Grund zum Jubeln gab es trotzdem, Elena und Chip hatten es geschafft. Wir wurden 5. in der Teamwertung, diesmal gewann Russland vor Tschechien.

Die Stimmung am Sonntag war grandios.  10 Finalisten in HTM und in Freestyle  begeisterten das Publikum. Sandra und Boogie starteten als erste, danach Uta und Dexter,  super Leistung und wir waren absolut zufrieden.  Elena und Chip im Freestyle Finale-die „Hallelujah“ Interpretation war dem Border Collie auf den Leib geschrieben, und Elena präsentierte seine Vorzüge gekonn. Gespannt verfolgten wir alle Tänze, die Ergebnisse des Vortags wurden mit denen des Finales addiert- und geheim gehalten bis zur Siegerehrung.  Wir genossen es einfach, die Besten der Welt tanzen zu sehen, egal aus welchem Land sie kamen.

Beim Einmarsch zur Siegerehrung kam die Aufregung! Welche Plätze erreichten Uta und Elena?

Würde Sandra es schaffen?  Ja!! Sandra Roth war Weltmeisterin im Heelwork,  das Team hüpfte durcheinander und jubelte. Es war eine grandiose Weistung der beiden, gleich zweimal hatte die "kleine"  Boogie alles gegeben und Sandra hatte gezeigt, daß sie eine ganz große Hundeausbilderin ist.

Die Siegerehrung wurde zum Freudentanz, wir waren ausser Rand und Band. Nach vier spannenden wunderbaren Tagen mit einem tollen Team und dann war die Weltmeisterschaft 2018 Geschichte.

 Fazit: Fur uns war es eine wunderschöne sehr gelungene Veranstaltung.

Das FCI Reglement schließt nach wie vor Mischlinge aus, anders als bei nationalen Wettbewerben der Verbände dürfen sie leider nicht starten.  Das verfälscht oft den Wettbewerb. Im team Deutschland war es zum Glück nicht der Fall, denn die Hunde, die zur WM fahren durften, waren auch die besten in der Qualifikation. 

Im Sportbereich würden viele Dogdancer eine Öffnung für alle Hunde begrüßen. Die OEC ist offen für alle und wir hoffen sehr, daß wir eines Tages eine WM für alle haben werden. Das ist mein ganz persönliches Ziel und dafür engagiere ich mich.

Erfreulich war die große Anzahl älterer Hunde, 12, 11 und 10 jährige Hunde waren am Start. Das spricht ausdrücklich für die Tatsache, daß es im Dogdance keine Pflichtübungen gibt. Die Möglichkeit, die Choreografie auf die individuellen Eigenarten des Hundes abzustimmen,  ermöglicht es, auch mit dem älteren Hund gesund und sauber zu trainieren.

Der jüngste Freestyle Hund war 19 Monate alt und belegte Platz 3.  Im Hinblick auf den Trainingseinstieg im Junghundealter und die Akrobatik der Choreografie stimmt mich dieses Alter bedenklich.

Die jüngsten Heelwork Hunde waren 3 Jahre alt und belegten Platz 1 und 2.

Jetzt heisst es für uns weiter trainieren, denn im Oktober sind wir an der OEC in der Schweiz wieder mit Team Deutschland dabei.

Folgende Hunde waren am Start

1 Cocker Spaniel

1 Cairn Terrier,

1 Entlebucher,

1 Toy Pudel,

1 Zwergpudel,

1 Jagdterrier,

1 Zwergpinscher,                

1 Schapendoes,

1 Mudi,

1 Pumi,

1 Rottweiler,

1 Dobermann,

1 Berger de pyrenées,

1 Deutscher Schäferhund,                      

2 Shelties,

2 Havaneser,

2 Zwergschnauzer,

2 Tervueren,

3 Malinois, 

5 Golden Retriever,

6 Australian Sheperds,

43 Border Collies.

 

 

   
© Carmen Schmid